Ich weiss nicht, was dich auf die Idee gebracht hat, dich fortan etwas mehr zu bewegen. Waren es die Pfunde? Hast du vielleicht das Rauchen aufgegeben und suchst jetzt eine Ersatzdroge? Du hast sie gefunden. Möchtest du vom Alltagsstress abschalten und ihm davonrennen? Oder ist der Plan, das Laufen zu beginnen, ein lang gehegter Wunsch? Was auch immer es für Gründe hat, - sie sind gut, und du solltest einfach anfangen. Du wirst dich fragen "Wie jetzt? Einfach so anfangen?", und ich kann dir nur antworten "ja tu es! - man muss es nicht langfristig planen". Du brauchst in den ersten ein bis zwei Wochen deiner Laufkarriere nichts weiter als ein paar halbwegs nach sportlicher Betätigung aussehender Klamotten, und ein paar Turnschuhe wirst du sicher auch haben. Notwendige Investitionen kommen dann etwas später. Zunächst wirst du lernen, dich über deine eigene Leistungsfähigkeit, deine Motivation und deine Konsequenz beim Laufen zu freuen. du wirst merken, dass dir ein paar Minuten Bewegung am Tag enorm gut tun.
Viele Leute, die jede Menge Kilos zu viel auf der Waage haben, winken erst einmal ab und meinen, dass es mit diesem Gewicht doch gar nicht geht. Was denkst du, wieviele dieser Leute es jemals überhaupt ausprobiert haben? Ich kann dir sagen, ein großer Teil der Läufer, die du vielleicht schon mal beim Training, bei einem Volkslauf oder gar einem Stadtmarathon beobachtet hast, haben genau so angefangen. Sie haben den Knoten, der nicht mehr zu entwirren schien, einfach durchgerissen und sind losgelaufen bzw. haben begonnen sich zu bewegen. Wenn du einen Bodymassindex (BMI) weit jenseits der 30 hast, solltest Du vielleicht wirklich erst einmal darüber nachdenken, Laufen und Walken zu kombinieren und vor allem auch an eine Ernährungsumstellung zu denken. Aber du kannst auch laufen. Selbst wenn dir Ärzte aus orthopädischer Hinsicht davon abgeraten haben, kannst du es wenigstens mal probieren. So mancher Arzt wurde aus läuferischer Sicht schon Lügen gestraft. Apropos Arzt: Wenn du das nächste Mal bei deinem Arzt des geringsten Misstrauens bist, erzähl ihm doch mal, dass du vorhast, regelmäßig zu laufen. Wie reagiert er darauf? Wenn er dir ein paar kleine Untersuchungen vorschlägt, solltest du sie nicht ausschlagen. Es muss nicht gleich eine komplette Leistungsanalyse sein. Er soll eigentlich nur seine Zustimmung geben.
So, und nun geht's los. du hast doch sicher in den letzten 3 Stunden vor deinem ersten Lauf nichts mehr gegessen, dafür aber reichlich getrunken, oder? Dein Outfit ist vorzeigbar, und die alten Turnschlappen, die aber immer noch ganz gut passen, sind geschnürt? Geh noch mal aufs stille Örtchen - und dann gehts los. Vor deiner Haustür ist es immer, egal wann du da rauskommst, zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken, zu dunkel, es fliegen zu viele Fliegen rum und Hilfe! ... der Nachbar kommt gerade um die Ecke! Irgendetwas wird immer sein! Doch halt, du hast einen Termin mit dir! Du bist doch nicht etwa luschig und unzuverlässig? Dieser Termin, den du heute mit dir hast, ist enorm wichtig!
"Ein großer Lauf beginnt immer mit dem ersten Schritt"
Noch kurz ein Blick zur Uhr. Du stellst dich in eine lockere Grundstellung, winkelst leicht die Arme an und lässt nun den geraden Körper leicht, ohne einzuknicken, nach vorn fallen und fängst ihn mit dem ersten Laufschritt wieder ab, setzt nun einen Fuß vor den anderen. Du läufst! Und du läufst in den ersten Wochen NUR langsam, versuchst laufend, nicht rennend, so weit zu kommen, wie es eben geht. Dann legst du eine Gehpause ein, und wenn du dich erholt hast, beginnst du wieder mit dem Laufen. Dein Ziel in den ersten beiden Wochen ist es, dich 15 bis 20 Minuten genau so fortzubewegen, also gehend und walkend im Wechsel. Manch einem hilft es, feste Muster dabei zu absolvieren. Ob das jetzt 2 Minuten Laufen und 2 Minuten Gehen ist oder 3 Minuten Laufen und 3 Minuten Gehen ist völlig egal. Mach dir deinen eigenen Plan. Man kann einen Laufanfänger nicht in eine Schablone pressen, die Hauptsache ist, dass du dich 15 bis 20 Minuten bewegst und dabei merkst, dass das auch Spaß machen kann. Kommst du nicht so schell aus der Puste, bist du offenbar ein Naturtalent und Paul Tergat oder Paula Radcliff sollte sich jetzt schon mal warm anziehen
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Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es ein absolut geiles Gefühl ist, bei einem Volkslauf von anderen Zuschauern oder Mitläufern angespornt zu werden. Und merke dir: Jeder der über dich lacht ist einer, der seinen eigenen (meistens fetten) Hintern selbst nicht von der Couch bewegt. Also denk nicht über die anderen nach, die dich evtl. komisch anschauen, weil du mit Bauch läufst. Die können es ohne Bauch nicht besser!