Nachdem ich 2006 am Suhler Brückenlauf die 32km gelaufen bin (naja 20 laufen + 12 spazieren), lief ich nie wieder so weit - bis gestern!
Ich habe mich nun zwar sicherheitshalber für den HM beim Rennsteiglauf angemeldet, damit ich einen 100%igen Startplatz habe, falls meine Vorbereitung nicht optimal verläuft. Trotzdem halte ich an meinem Trainingsplan für den Marathon fest. Immerhin kann ich mit meiner Entscheidung bis zum letzten Tag warten.
Nun wollte ich im März die ersten 30er angehen. Der Startschuss dazu sollte am letzten Wochenende schon fallen, was mir aber wegen akuter Bettlägrigkeit nicht gelang. Somit wurde der erste 30er auf gestern verschoben.
Im Vorfeld war ich erstaunlich unaufgeregt. Zur Sicherheit packte ich mir Geld für ein Taxi ein. Die erste Streckenplanung war so, dass ich an meine 23er Runde der letzten Wochen einfach noch eine Waldrunde dranhänge.
Los ging es Punkt 10 Uhr Sommerzeit am Lämmerspieler Waldrand bei schönster Sonne und angenehmen 12 Grad. Mit dabei hatte ich 2Liter Wasser, 2 Bananen und ein Gel sowie musik auf den Ohren wie immer.
An der Fechenheimer brücke entschloss ich mich spontan für eine Streckenänderung. Da es mir am Wasser so gut gefiel, würde ich einfach bis km 15 laufen und dann drehen.
Bis zu diesem Punkt an der Frankfurter Mainschleuse bin ich komplett durchgelaufen. Dabei stellte sich heraus, dass wir neumodischen Läufer doch ganz schön bescheuert sind. Um meinen sozialen Online-Kontakten und auch den Lesern dieses Blogs einen Ausblick auf Frankfurt zu gönnen, lief ich noch einen Km weiter und landete an der Gerbermühle.
Dort vertrat ich mir für ein paar Minuten die Beine und genoss den Ausblick bei dem Wetter.
Nun musste ich wieder nur noch nach Hause laufen - also 16km zurück.
Auch dies war grundsätzlich kein Problem. Allerdings machte ich an 2 offiziellen Verpflegungsstellen Halt. Zum ersten Mal am Mainturm (kleine Getränke-/Eisbude in Bürgel am Main). Dort lies ich mir einen Eistee die Kehle hinunter laufen. Dies war nach 21 gelaufenen km.
Nur noch 10km - ich war hoffnungsvoll.
Nach weiteren 5km passierte ich die Rumpenheimer Fähre. Dort stand ein Eiswagen, so als ob ich ihn da hinbestellt hatte. Der kam mir gerade recht. Zum einen war mein Wasser mittlerweile lauwarm und zum anderen machte sich eine leichte Unterzuckerung bemerkbar. Also gönnte ich mir eine Kugel Schokoeis. Eine kleine Unterhaltung mit dem verkäufer war auch noch drinne, als der sich für meine Bluetooth-Kopfhörer interessierte.
Nur noch 6km - das schaffe ich ohne zu heulen!
Selbst meine Pace hielt ich. Ich wurde nicht langsamer. Wenn ich mal eine Pause brauchte, blieb ich einfach stehen, schüttelte meine Beine und Arme aus, streckte kurz den Rücken und weiter gings mit dem gleichen Tempo. Ein letztes Mal tat ich dies, als ich den Main verließ und an der Rodau Richtung Lämmerspiel lief - nur noch 3km und nur 1,5km bis zur geplanten 30!
Am Ende waren es dann knapp unter 32km als ich am Waldrand Lämmerspiels, wo ich vor 4,5h den Startknopf meines elektronischen Zeitmessgerätes drückte, wieder auf STOP drückte.
Froh über das erstmalig Geschaffte und darüber, endlich wieder zu hause zu sein, gab es dann so nach 3 Minutend er Besinnung sogar ein kleines Runner's Hight. Millionen Tonnen von Endorphinen kamen über mich - im Ernst: Ich war richtig glücklich und auch stolz auf mich und das Wichtigste: Es hat Spaß gemacht!
Reine Laufzeit für die 32km: 3h58min + Verpflegungs- und Dehnungspausen = 4h38min
Nächsten Sonntag wieder! Und am 14.4. mit Silvio die letzten 30km der Rennsteiglaufstrecke...
Sven
Kommentare
Prima
Gerd, ich bemühe mich!
Wasserträger?
jetzt erst gelesen
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