Heute, bei -4Grad und Sonnenschein, wollte ich mal eine neue, längere Strecke laufen. Ich war gut vorbereitet: in eine Zwiebel gekleidet, Riegelchen für den kleinen Hunger und mein Fläschchen gefüllt mit Apfelsaftschorle.
Es ging hinunter zur Mühlheimer Richtung Offenbach. Ich Offenbach wollte ich dann zum Main und von dort wieder zurück nach Mühlheim und dann an der Rodau entlang nach Lämmerspiel - übern Daumen gepeilt ca. 20km. Es sollten meine ersten 20 in der Vorbereitung für den Rennsteiglauf sein und ein kleiner Test für Rodgau in 14 Tagen.
Nach ca. 7km, ich hatte noch nichts getrunken, waren meine Füße der Meinung, sie müssten mich auf die Probe stellen. Bei der Ampelüberquerung Mühlheimer Straße, Höhe Matratzen-Immer-Ausverkauf-Outlet-Concorde, stolperte ich über irgendetwas nicht dagewesenes und mein Körper streckte sich in voller Länge (was nicht viel ist) auf dem Trottoir aus. Das Trägheitsgesetz und die Unfähigkeit des Zusammenhalts meiner Finger in diesem Moment ausnutzend floh mein Fläschchen aus meinem Griff. Wohlwissend über den Vorteil seiner Walzenförmigen Form und der damit verbundenen rollenden Geschwindigkeit konnte ich nur hinterherschauen und beobachten, wie mein Fläschchen auf der stark befahrenen Gasse keine Überlebenschance hatte. Ich musste zuschauen, wie mein mir so wichtiger Zaubertrunk sich über die Mühlheimer Straße ergoss.
Somit blieb mir nichts anderes übrig, als ohne das Wässerchen des Lebens weiter zu laufen.
Am Main entlang zurück bekam ich nach 11km das erste Mal etwas größeres Verlangen nach Flüssigkeit. Dieser Moment war noch erträglich. 3km später dachte ich schon darüber nach, den nächsten Radfahrer aus seinem Sattel zu stoßen, um ihn seiner Trinkflaschen zu berauben - was ich aber aufgrund meiner halbwegs guten Erziehung ließ.
Bei km 15 lief ich an der Mühlheimer Polizei vorbei. Im Nachhinein denke ich mir, dass ich da ruhig um ein Glas Wasser hätte betteln können. In Anbetracht dessen, dass ich einen Kilometer später meine Lippen nicht mehr zusammen drücken konnte, da sie dabei Gefahr liefen, zusammen zu kleben, wäre die Polizei sicher ein guter Freund und Helfer gewesen...
Kilometer 16,6 (2h01min) - nichts ging mehr. Ich schaltete meine Garmin aus, um ein halbwegs verwertbares Ergebnis zu haben und bewegte mich als sterbender Spaziergänger die letzten 4km nach Hause.
Mein Fazit dieses Laufes:
- Ich brauche eine neue Getränkehaltermöglichkeit (denke über ein Rucksäckchen nach)
- Ich muss noch eine Menge zur Kräftigung meines Rücken machen, da der mich zuerst beginnt zu ärgern.
- Laufen, Laufen, Laufen ...
Hier gehts zu den Details des Laufes: Sonntagslauf ohne Getränk
Sven
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