13. Rodgau-Ultra

Nachdem ich letztes Jahr nur Zuschauer war und 2012 den Rennsteiglauf endlich einmal durchgehend gut vorbereiten wollte, entschied ich mich Anfang Januar kurzerhand, mich für Rodgau anzumelden. Nicht um die 50km zu laufen - um Gottes Willen - sondern um Veranstaltungserfahrung vor dem Rennsteiglauf zu sammeln, da ich ja in den letzten Jahren immer irgendwelche Einbrüche hatte, die mit der Aufgeregtheit und fehlenden Vorbereitung zu tun hatten.

Als Minimalziel hatte ich mir die 20km - also 4 Runden - auserwählt. Vielleicht sollten es auch 25km werden, was aber nicht eintraf. Als ich Janine von meinem Vorhaben erzählte, mahnte sie nur kurz an, dass wir abends auch noch in die Oper wöllten. Ich musste also für mich einen Kompromiss finden, diesen Lauf zu laufen ohne am Abend zu tot zu sein. Nachdem ich letzten Sonntag wunderbare 20km gelaufen bin, ohne irgendwelche Nachwehen zu haben, war ich guter Hoffnung, dass dies auch in Rodgau möglich ist.

Dank Twitter (Twitterlauftreff) und Facebook kroch in der letzten Woche die Aufregung schon ziemlich nach oben, auch wenn es nur ein Trainingslauf werden sollte. Das wichtigste Thema dabei war das Wetter.

Damit hatten wir allerdings etwas Glück. Es war zwar irgendwie nasskalt (2 - 3 Grad) aber es schneite/regnete nicht und die Strecke war schnee- und eisfrei. Streckenweise ziemlich matschig und pfützig, was einen aber kaum gestört hat. Als Rennsteigläufer hat man schlimmere Erfahrungen...

Vor dem Start hatte ich, meiner Ungeduld sei Dank, den Treffpunkt des Twitterlauftreffs irgendwie verpasst. Ich bin schon zum Start gegangen und meine virtuellen Freunde trafen sich in der 1km entfernten Turnhalle. Ich wartete dann aber am Start und wir konnten uns dann doch noch viel Spaß wünschen.

Wie gewohnt startete ich von hinten. Bei über 1000 Starten auf einer 5km-Runde sollte es nicht lange dauern, bis ich mitten im Feld war. Die erste Runde verlief wie schon viele ersten 5km für mich. Die Muskeln brauchten, bis der Rost abfiel und die Startschmerzen in den Schienbeinmuskeln verschwanden. Nach diesen ersten Kilometern gab's dann erst mal nichts mehr zu meckern. In der zweiten Runde nahm ich dann am Verpflegungsstand auch meinen ersten Tee zu mir, aber noch nichts zu essen - waren ja auch erst 6km. Das Feld hatte sich schon auseinander gezogen und ich war wie erwartet am Ende des Feldes. Die ersten 5km absolvierte ich mit einem 7:14er Schnitt, was schneller war, als ich wollte (7:30). Da dies aber problemlos vonstatten ging, lief ich so weiter.

Nach meiner ersten und einzigen Pinkelpause schaffte ich es sogar, all diejenigen wieder einzuholen, die meine Pause zum überholen nutzten.

Runde 2 verlief dann wie beim Bretzelbacken - ein km nach dem anderen fiel ohne größeres Aufsehen. Ich kokettierte gar schon mit Runde 5 - man darf ja träumen...

In Runde 3 dann doch erste Verschleißerschungen. Aber nicht die Beine ärgerten mich, sondern meine Schultern und mein Nacken, was mir zunehmend Probleme mit meiner Oberkörperhaltung brachte, Die Schultern verkrampften irgendwie. Dieses Problem hatte ich schon ein paar mal bei längeren Läufen. Dies ist ein Punkt, an dem ich noch arbeiten muss. Allerdings weiß ich außer Kraftübungen noch nichts anderes. Sollte ich versuchen, die Schultern beim Laufen hängen zu lassen? Bei km 14 überlegte ich sogar kurz, auszusteigen, was ich aber gleich wieder verwarf, da ich ja die 4 Runden als Mindest-Zielmarke gesetzt habe - und Ziele werden in diesem Jahr erreicht!

So ging es über die 3. Runde hinaus Richtung Verpflegungsstand. Ich schaffte es, dass sich mein Nacken/Schulter wieder etwas entspannte. Beim VS nahm ich mir diesmal etwas Zeit für eine kurze Unterhaltung mit den Twitterlauftreff-Apfelkuchen-Supportern. Dank euch an dieser Stelle für die Aufmunderung und Zujubelung Runde für Runde! Ich genoss das Stückchen Apfelkuchen, dass mir José erlaubt hat, wenn ich in der 4. Runde bin und machte mich auf den Weg für die letzten 4km.

Nun hatte ich 17km hinter mir und mir fiel auf, dass jemand ganz besonderes, der mich bisher zu diesem Zeitpunkt in der Vergangenheit schon längst besuchte, heute noch gar nicht aufgetaucht ist. Allerdings habe ich ihn auch noch nicht vermisst und er kann auch bleiben, wo er ist! Der Kollege Schmerz - verantwortlich für Muskel-Aua in Oberschenkel und Hintern. Sollte sich mein vermehrtes Training in den letzten Wochen etwa doch schon ausgezahlt haben? Offensichtlich ja!

Ich versuchte die letzten 2km zu genießen, denn auf eine weitere Runde verzichtete ich, da ja noch das freudige Ereignis des Opernbesuches (Die Fledermaus) auf mich wartete und ich meine Frau nicht enttäuschen wollte.

Auf dem letzten Waldstück Richtung Ziel sah ich dann durch die Bäume das zarte Leuchten der Zeitanzeige, was für mich das Signal für einen kleinen Entspurt war. 20km gelaufen - schon wieder. Ich bin noch nie so früh im Jahr so weit gelaufen und schon gar nicht an 3 Wochenenden hintereinander! Und dann auch noch mit einer Zeit um die 2h30! (Anmerkung der Redaktion für alle Unwissenden: Ich bringe im Moment noch 105kg auf die Waage, daher der Stolz auf die Zeit) Nach einem kurzen Snack an der Zielverpflegungsstation und der Erkenntnis, dass ich nicht genügend Wechselklamotten für drunter dabei hatte, machte ich mich dann auf den Heimweg. Dieser Weg bis zum Auto, dass 1km weit weg stand, fiel mir ziemlich schwer. Durchnässt vom Schwitzen, mittlerweile auch eiskalt am Körper freute ich mich auf die Sitzheizung.

Daheim angekommen gab's sofort ein schönes heißes Bad, eine Stunde im Bett und anschließend den Opernbesuch. Die einzigen Lauf-Schmerzen, die ich gestern Abend auszuhalten hatte, war ein leichter Wolf. Somit hatte ich auch eine neue Erkenntnis: Die Schlüppa, die ich gerne unter meine weite Laufhose anziehe sind nicht geeignet für enge Lauftights. ;-)

Heute habe ich keinerlei Muskelkater oder andere Nachwehen, was bedeutet, dass ich mich endlich weiterentwickle. Die Kilos werden weiter fallen und ich werde weiter trainieren. 

Fazit meiner ersten Rodgau-Teilnahme: Im nächsten Jahr bin ich wieder da, wenn nichts dazwischen kommt. Es ist ein schöner Lauf, mit viel Unterstützung durch Zuschauer. Hervorzuheben ist dabei der Mann in schwarz, der seit Anbegin des Laufes entgegengesetzt der Läufer seine Runden drehte und applaudierte. Ihm überreiche ich hiermit eine virtuelle Dankes-Medaile! Danke auch nochmals an unsere Twitterlauftreff-Apfelkuchen-Supporter Gerda, Julia, Christoph und Michael für die Streckenunterstützung. Danke an meine Mitläufer vom Twitterlauftreff für die Unterstützung auf der Strecke (ihr habt mich nur einmal überrundet im Gegensatz zu Marcus (Laufen in Leipzig) der gar 3 oder 4mal an mir vorbei flitzte laugh)

Bilder des Twitterlauftreffs (Copyright by Gerda) gibt's hier: Twitterlauftreffbilder

Kommentare

Bild des Benutzers Silvio1

Gratulation, der Anfang ist gemacht.


Minimalziel erreicht, mit gutem Gefühl nach Hause gefahren.


Wenn noch ein paar Kilos purzeln, sollte der nächste Event im Mai auch mal mit einem abendlichen Zeltbesuch ausklingen ;-) - ob dann HM mit PBZ oder ein erneuter Versuch am M solltest du mittelfristig entscheiden. HM Anmeldeschluß ist der 20.04. aber ummelden auf den M kann man bis zum letzten Tag.


Bis denne


 


 


 

Gratulation zu diesem geschafftem Ziel, da kannst Du stolz auf Dich sein.
Ich freu mich für Dich und wünsche Dir weiterhin soviel Erfolg !!!!!!!!

Bild des Benutzers Gerd

Ich gratuliere Dir Sven!
Solche Erfolgserlebnisse bringen voran!
Ich weiß, daß Dein Fernziel der M beim RSTGL ist.
Die Lange Einheit ist das einzige Mittel, das hilft, Dir diesen Traum zu verwirklichen. Aber die 20 km reichen da noch nicht aus. Steigere langsam
weiter. Dein Körper muß lernen, so lange zu laufen, wie Du für den schweren
Marathon brauchst!
Die Nackenprobleme habe ich erfolgreich durch Liegestütze bekämpft!

Gerd

Danke für den Tipp mit den Liegestützen. Werde ich mal testen.

Hast Du doch perfekt hinbekommen, Ziel gehabt, locker angelaufen nach drei Runden oder 75% gedacht wozu das alles und dann entsapnnt ins Ziel.

Schade wir haben uns nicht gesehen, habe Dich nicht einmal überholen können wie Du vorher gesagt hattest.

Aber den Twitterlauftreff an der Strecke dem möchte ich auch danken, es war schön die alle mal zu sehen und mit Ihnen durch den Wald zu rennen.

Nächste Ziel kann kommen.

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